Naturwelten Steiermark
Besuch des Jagdvereins Kainbach
Frau Reinisch und Frau Pongratz des Jagdvereins Kainbach besuchten unsere Schulkinder aller Klassen und brachten einen Anhänger voller spannender Anschauungsmaterialien mit. Darin befanden sich zahlreiche ausgestopfte Tiere und Trophäen, darunter ein Uhu, ein Fasan, ein Murmeltier, ein Falke, ein Hirsch, ein Reh, ein Fuchs, ein Wildschwein und viele weitere Tiere. Auch Stoßzähne, ein Krickerl (kleines Geweih), ein Fuchsfell, ein Hasenfell und weitere interessante Fundstücke konnten wir aus nächster Nähe betrachten.
Wir erfuhren von Lena und Sylvia viel Wissenswertes über den Wald und seine Bewohner. Besonders spannend war es, die Unterschiede zwischen Fichte und Tanne durch Ertasten herauszufinden. Außerdem lernten wir die Lärche sowie Bucheckern kennen und erfuhren mehr über die vielfältigen Aufgaben eines Jägers.
Ein wichtiger Teil des Besuchs war die Arbeit mit Jagdhunden. Wir lernten, dass Jäger häufig von der Polizei verständigt werden, wenn ein Wildtier bei einem Unfall verletzt wurde. Speziell ausgebildete Hunde helfen dabei, das Tier aufzuspüren. Die Blutspur eines Wildtieres wird in der Jägersprache Schweiß genannt. Mithilfe des Suchhundes kann der Jäger das verletzte Tier finden und versorgen oder es, wenn nötig, von seinem Leid erlösen. Auch die Bedeutung des Wortes Retriever wurde erklärt: Es bedeutet „zurückbringen“.
Lena hatte ihre Jagdhunde mitgebracht und zeigte uns, wie die Hunde apportieren. Außerdem lernten wir, wie man sich einem Hund richtig nähert: langsam und ruhig, mit leicht zur Seite gedrehtem Körper und in die Hocke gehend. Man hält die Hand vorsichtig hin und lässt den Hund selbst entscheiden, ob er näher kommen möchte. Gestreichelt wird er am besten am Rücken. Besonders interessant war die Information, dass eine wedelnde Rute nicht automatisch Freude bedeutet, sondern allgemein ein Zeichen von Aufregung sein kann.
Auch über Rehkitze erfuhren wir viel. Vor dem ersten Mähen im Frühjahr muss der Bauer die Wiese sorgfältig nach versteckten Rehkitzen absuchen. Wird ein Kitz gefunden, muss es geschützt an den Waldrand gebracht werden, ohne dass es den menschlichen Geruch annimmt. Sogar ein kleines Rehkitz durften wir hören!
Zum Abschluss lernten wir die Bezeichnungen der Wildschweine kennen: Das weibliche Wildschwein heißt Bache, das männliche Keiler und die Jungtiere heißen Frischlinge.
Der Besuch des Jagdvereins Kainbach war für uns ein spannendes und lehrreiches Erlebnis. Wir konnten viele Tiere kennenlernen, unser Wissen über den Wald erweitern und erfahren, wie wichtig Jäger und ihre Hunde für den Schutz und die Pflege unserer heimischen Wildtiere sind.
VL Bettina Steiner, BEd